Editorial ET 12/2015

Vernetzte Mobilität

Hansjörg Wigger /

Als Swisscom im vergangenen Mai in Zürich das erste selbstfahrende Auto in der Schweiz vorstellte, war das Interesse unter den Medienschaffenden gross. Auch meine Neugierde war geweckt und ich konnte mir gut vorstellen, wie das fahrerlose Auto auf den viel befahrenen Strassen von Zürich herumkurvt, während die Mitfahrer einander zugewandt gemütlich plaudern und die Aussicht geniessen. Die Ernüchterung folgte vor Ort, als bei der Fahrdemonstration der speziell trainierte Testpilot seine Hände nur wenige Zentimeter vom Lenkrad entfernen durfte, um so sekundenschnell bei einem auftauchenden Hindernis das Lenkrad herumzureissen. Ziemlich stressig.

Schon heute kommunizieren Fahrzeuge untereinander, beispielsweise über die Verkehrsleitsysteme im öffentlichen Verkehr oder im motorisierten Individualverkehr die verschiedenen Carsharing-Anbieter sowie der Fahrdienstvermittler Uber. Tauschen immer mehr Fahrzeuge untereinander Daten aus, braucht es eine leistungsfähige und sichere Telekommunikations-Infrastruktur. Und dies ist eine Kernkompetenz der Telekommunikationsbranche mit den erforderlichen Netzwerkinstallationen und -betreibern.

Auch die Fahrzeugentwicklungen für das selbstständige Fahren schreiten rasant voran. Google hat mit 20 Roboterfahrzeugen schon Millionen von Testkilometern abgefahren und war dabei nur gerade in elf Unfälle verwickelt - keiner davon selbst verursacht. General Motors will 2016 ein Flotte selbstfahrender Autos mit Elektroantrieb rund um Detroit testen. Volvo startet 2017 das "weltweit erste Projekt für autonomes Fahren" mit 100 Fahrzeugen, die sie Kunden und Pendlern in Göteborg zu Testzwecken übergeben wollen. Auch die deutschen Autohersteller testen zurzeit Prototypen und kündigen bereits für nächstes Jahr Serienautos mit selbstfahrenden Funktionen an.

Heute können wir das Auto mit dem Handy per Knopfdruck vor die Haustüre bestellen (Uber). Noch relativ teuer, weil mit Fahrer bemannt und exklusiv genutzt. Doch vielleicht schon bald können wir unter verschiedenen Varianten auswählen, beispielsweise mit oder ohne Fahrer, geteilte oder exklusive Nutzung, mit kürzerer oder längerer Wartezeit, mit oder ohne Rück-/Anschlussfahrt usw.


Der Bericht im ET 12/2015 auf Seite 25 stimmt jedenfalls zuversichtlich und zeigt, dass wir in der Schweiz, weitgehend vernetzt, schon in naher Zukunft komfortabler fahren könnten.

Auto der Zukunft: srf.ch, 13.5.2015

Selbstfahrende Autos: srf.ch, 12.5.2015

Selbstfahrende Autos: Nordwestschweiz 13.5.2015