19. asut-KolIoquium

Future Mobility: Von Treibenden und Getriebenen

Rüediger Sellin /

Das 19. asut-KolIoquium wurde wieder als Fachtagung von ASTRA, its-ch und TCS geführt. Im Mittelpunkt stand die künftige Mobilität der Schweiz. Seit langem existiert in den Köpfen der Verkehrsplaner die Vision einer grenzenlosen und trotzdem nachhaltigen Mobilität. Aber nicht alles, was technisch machbar oder verkehrspolitisch erwünscht ist, stösst bei der Bevölkerung auf Akzeptanz.

In Animationsfilmen wird seit Jahren immer dasselbe Bild entworfen: Drohnen fliegen über unsere Köpfe, um uns Pakete zuzustellen. Autonom fahrende Autos machen die Strassen unsicher, in den Ballungsräumen fahren Busse ohne Chauffeur, und bald sollen uns führerstandlose Züge befördern. Sogar autonom fliegende Flugzeuge stehen zur Diskussion, was selbst gestandene Berufspiloten verunsichert. Filme suggerieren, dass der gesamte Verkehr problemlos von Computern gesteuert werden kann, und die negativen Folgen des Verkehrs wie Staus, Unfälle, Ressourcenverschleiss oder Stress verschwinden wie von selbst.
Dass bestehende Infrastrukturen wie unser weitverzweigtes Schienen- und Strassennetz dank intelligenter elektrobetriebener Vehikel sowie selbstfahrender Fahrzeuge, gesteuert von künstlicher Intelligenz, erfordern nicht weniger als eine neue Art des Denkens, findet Henseler. Er wies auf grundlegende Veränderungen der Automobilindustrie hin, die einer grossen Umwälzung unterworfen ist. Firmen wie Tesla Motors sind bereits heute mehr wert als alteingesessene Marken wie BMW.Steuerungen besser ausgelastet werden, steht hingegen ausser Zweifel. Die Frage ist also, wie wir unsere Strassen- und Schienenwege intelligent weiterentwickeln.
Die rund 430 Besucher im Berner Kursaal erfuhren, welche neuen Technologien und innovativen  Anwendungen die künftige Mobilität prägen könnten. Im Fokus standen die Mobilitätskunden von morgen, denn neben den Faktoren Kosten und Zeit entscheidet das Benutzererlebnis über den Erfolg eines Verkehrsangebots. Mehr zu diesem Thema finden Sie in der ET-Dezemberausgabe ab Seite 32.