E-Mobilität: Elektroautos und E-Bikes auf dem Vormarsch

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Immer häufiger kann man Elektroautos, E-Velos und Elektromotorräder auf der Strasse sichten. Nicht zuletzt auch angespornt durch den Erfolg von Tesla Motors entscheiden sich viele Automarken dazu, selbst vollkommen elektrisch betriebene Wagen in ihre Palette aufzunehmen. Insbesondere auch bei den Velos zeichnet sich weltweit ein grosser Absatz ab: In der Schweiz wurden im vergangenen Jahr bereits 66'332 Elektrovelos verkauft.

Elektroautos sind aktuell ein wichtiges Thema in der Automobil-Industrie, wenngleich es noch ein langer Weg ist, bis sie sich wirklich etabliert haben. Doch immer mehr Hersteller verkünden, künftig mehr Elektroautos auf den Markt zu bringen. 100'000 Elektroautos will etwa BMW im Jahr 2017 absetzen: So viele, wie sie bisher insgesamt verkauft haben. Neben den Hybriden sollen der X3 und ein Mini mit Strom ausgestattet werden, wie das Manager Magazin berichtet. Bis 2025 sollen sogar bis zu einem Viertel der Wagen mit einem Elektromotor fahren. Toyota traf nun ebenfalls die Entscheidung, nicht mehr nur Autos als Vollhybrid oder mit Brennstoffzelle, sondern auch mit elektrischer Batterie zu bauen. Ab 2020 sollen diese erstmals zum Verkauf stehen.

Derzeit ist der Transportbereich für über die Hälfte des weltweit genutzten Erdöls verantwortlich. Etwa ein Viertel entfällt auf Personenwagen. Die IEA spricht von einem weltweiten Anstieg der Elektroautos von 1,3 Millionen auf 150 Millionen im Jahr 2040. Die Umweltfreundlichkeit bzw. der niedrige CO2-Ausstoss im Vergleich zu mit Benzin betriebenen Autos sei aber nur gegeben, wenn der Strom "auf ‹saubere› Weise" hergestellt wird, merkt Gerald Hosp in der NZZ an. Denn eine Stromproduktion, die stark auf Kohle basiert, sorgt letztlich für einen stärkeren CO2-Ausstoss als ein sparsamer Benziner. Die Frage nach der Stromerzeugung darf deshalb nicht ausser Acht gelassen werden. Auf den Erdölverbrauch durch Personenwagen werden Elektroautos entsprechend nur zum Teil einen Einfluss haben, so Hosp. Denn effizientere Autos und Biotreibstoffe tragen ebenfalls zu einem niedrigeren Erdölverbrauch bei.

Auch bei den E-Bikes tut sich einiges. Die Velos mit Elektroantrieb werden immer beliebter. In Europa sind die Zweiräder vor allem bei den Deutschen mit über 500'000 abgesetzten Velos im Jahr 2015 sowie den Niederländern beliebt, gefolgt von Belgien, Frankreich und Österreich. Die Schweiz rangiert mit rund 66'000 abgesetzten Elektrovelos 2015 im Mittelfeld. Bis 2023 soll der weltweite Absatz einer Prognose von Navigant Consulting zufolge 40,3 Millionen verkaufte Elektrovelos erreichen. Mit einem Fahrradträger können die Bikes auch auf dem Autodach montiert und auf Touren mitgenommen werden. Diesbezüglich werden Interessenten hier fündig.

Die Elektrovelos sind allerdings immer noch relativ teuer: Die Preise starten um die 1'000 Franken, können aber auch bis zu 7'000 Franken reichen. In Zürich testet gerade ein Pilotprojekt, ob ein rentabler E-Bike-Verleih möglich ist. Dann muss keiner der Nutzer sich ein eigenes Bike anschaffen, die ersten 20 Minuten Fahrt sind sogar kostenlos. Ein grosser Vorteil der E-Bikes gegenüber den unmotorisierten Velos ist die Schnelligkeit. Auch weite Strecken können dank des unterstützenden Elektroantriebs so ohne grosse Kraftanstrengung zurückgelegt werden. 

Auch Motorräder gibt es inzwischen als Elektro-Variante. Ein Modell mit dem Namen "Johammer J1" wird von der Seite finews.ch als "Tesla auf zwei Rädern" bezeichnet. Der Form nach ist es einem Schaukelpferd nachempfunden, das es allerdings auf eine Geschwindigkeit von bis zu 120 km/h bringt. Das Gefährt hat eine Reichweite von 200 Kilometern und kostet mit 25'000 Franken laut Finews "etwa so viel wie eine Harley Davidson".

Bildrechte: FlickrCiclismo ItaliaCC BY 2.0