Deutschschweizer Energiestädte auf Gold-Kurs

Vernetzte Lösungen für Smart Cities

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Die Labelkommission des «Trägervereins Energiestadt» hat im Juni zwei neue Energiestädte ausgezeichnet. Die Bündner Gemeinde Domat/Ems hat ein vielversprechendes Resultat für die Erstzertifizierung erreicht, auch das Tessin erhielt mit Terre di Pedemonte Zuwachs in der «Energiestadt»-Familie. Von den insgesamt sieben erneut zertifizierten Gemeinden sind Naters, Aesch und Oberägeri der «Energiestadt GOLD»-Auszeichnung schon ganz nah.

Mit der Tessiner Gemeinde Terre di Pedemonte und dem Bündner Gemeinwesen Domat/Ems wächst die "Energiestadt"-Familie in der Schweiz auf 420 zertifizierte Mitglieder an. Domat/Ems mit rund 7900 Einwohnerinnen und Einwohnern erzielte mit einem Erfüllungsgrad von 62% ein vielversprechendes Resultat. Die Gemeinde engagiert sich stark im Bereich der erneuerbaren Energie. Bereits heute deckt die Gemeinde den Strombedarf sämtlicher Gemeindeliegenschaften zu 100% mit Wasserkraft. Dieser Schritt war gemäss Gemeindevorstand Armin Tanner wichtig: "Wir wollten als Vorbild vorangehen und unsere Bevölkerung zu einem sorgfältigen Energieverbrauch und zur Nutzung von erneuerbaren Energie motivieren."

Energiestadt ist eine in der Schweiz entwickelte und auf europäischer Ebene vergebene Zertifizierung. Das Label zeichnet Gemeinden aus, die ein Qualitätsmanagement für die Umsetzung ihrer Energie- und Umweltpolitik eingeleitet haben. Smart Grid, Smart Mobility und Smart Home als vernetzte Lösungen werden daher für eine nachhaltige Smart Cities unverzichtbar. Die Mitgliedschaft im Trägerverein Energiestadt ist der erste Schritt zum Energiestadt-Label. Gemeinden, Städte oder Regionen, die diesen Prozess starten, werden in den Kreis der Partner aufgenommen. Der Zertifizierungsprozess beginnt mit einer detaillierten Bestandesaufnahme und einer Beurteilung des Entwicklungspotenzials. Konzipiert wurde die Auszeichnung im Rahmen des Bundesprogramms EnergieSchweiz.

Konkrete Umsetzung

Für jede Gemeinde wird ein massgeschneidertes Programm für die nächsten vier Jahre entwickelt. Als Grundlage dient ein standardisierter Massnahmenkatalog aus sechs Bereichen:

  • Entwicklungsplanung und Raumordnung
  • Kommunale Gebäude und Anlagen
  • Versorgung und Entsorgung
  • Mobilität
  • Interne Organisation
  • Kommunikation und Kooperation

Sind 50% der möglichen Massnahmen erfüllt oder beschlossen, erhält die Gemeinde die Auszeichnung. Die höchste Auszeichnung für Energiestädte ist das Gold-Zertifikat (European Energy Award Gold). Bedingung ist, dass mehr als 75% der möglichen Massnahmen realisiert oder beschlossen sind. Ein Re-Audit nach vier Jahren stellt sicher, dass das Qualitätsmanagement für die Umsetzung der Energie- und Umweltpolitik langfristig ausgerichtet ist. Das Bundesamt für Energie fördert damit die Umsetzung der nationalen Energiepolitik in den Bereichen Energieeffizienz und erneuerbare Energien.

Von den rund 800 europäischen Energiestädten tragen 112 Gemeinden das Gold-Label. 2016 wurden 36 Energiestädte mit Gold ausgezeichnet, davon 7 neue und 8 bisherige aus der Schweiz.

Das Label Energiestadt (pdf)

www.energiestadt.ch