SEMS-Energiemanagementsystems in den Usines Métallurgiques de Vallorbe SA

Spitzenverbrauch beim Stromverbrauch brechen

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Ein intelligentes Energiemanagementsystem ermöglicht Industriebetrieben, Bezugsspitzen beim Strom zu brechen und den Elektrizitätsverbrauch ihres Maschinenparks zu senken. Ein Metallverarbeitungsbetrieb in Vallorbe (VD) mit 250 Beschäftigten erzielte im Rahmen eines Pilot- und Demonstrationsprojekts (P+D) Einsparungen bei den Stromkosten von jährlich gut 20 000 CHF und mit weiteren Optimierungen dürften sogar Einsparungen von 50 000 CHF erreicht werden. Das Energiemanagementsystem unterstützt in mittleren und grossen Unternehmen den Kulturwandel in Richtung Energieeffizienz.

Die Gemeinde Vallorbe im Waadtländer Jura kann auf eine lange Tradition der Eisenverarbeitung zurückblicken. Bereits im Jahr 1285 ist der erste Eisenschmelzofen im Tal der Orbe belegt. Im 19. Jahrhundert arbeitet hier dann eine grosse Zahl von Industriebetrieben. Ein Zeuge dieser Tradition sind die Usines de Métallurgiques de Vallorbe SA, kurz UMV. Der 1899 gegründete Metallverarbeitungsbetrieb produziert unter dem Markennamen "Vallorbe swiss" Präzisionstools für Schmuck- und Uhrenhersteller, aber auch Werkzeuge für die Holz- und Metallverarbeitung. Die 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der UMV erwirtschaften einen Umsatz von 37 Mio. CHF (2016). Das Traditionsunternehmen steht mit seiner Produkteplatte aktuell unter einem hohen Margendruck. Der nach wie vor hohe Schweizer Franken setzt die weltweit exportierende Firma zusätzlich unter Druck.

Ein gewichtiger Faktor der UMV sind die Stromkosten, die rund 950 000 CHF in Jahr (2106). Auf dem Fabrikgelände in Vallorbe sind rund 500 elektrische Geräte am Netz. Dazu gehören Öfen zur Aushärtung des Stahls und Kompressoren zur Erzeugung von Druckluft, aber auch Ventilatoren, Pumpen oder das IT-System der Verwaltung. Im September 2015 haben die UMV ein Smart Energy Maanagement System (SEMS) in Betrieb genommen mit dem Ziel, die Stromkosten auf zwei Wegen zu reduzieren: In erster Linie reduziert das SEMS durch gezieltes Lastmanagement von energieintensiven Öfen, Kompressoren und Ventilatoren die Bezugsspitzen des Unternehmens. Das senkt die Stromrechnung, weil die monatliche Bezugsspitze die Höhe der Stromkosten massgeblich beeinflusst, und zwar unabhängig von der Menge  des verbrauchten Stroms. Zudem erlaubt das SEMS, die angeschlossenen Verbraucher bedarfsorientiert zu betreiben, was deren Stromverbrauch mindert. Wie die UMV in den zwölf Monaten weitere Stromkosten von 20000 CHF sparen konnte und vieles mehr lesen Sie in unserem Artikel im ET 1/18.