Energieeffizienzanalyse von Elektrogeräten 2016

Elektrogeräte brauchen immer weniger Strom

(Bild: istockphoto.com)
/

Elektrogeräte werden immer effizienter. Obwohl der Gerätebestand in den letzten dreizehn Jahren gesamthaft um über 46% zugenommen hat, reduzierte sich deren Stromverbrauch im gleichen Zeitraum um 455 GWh pro Jahr (-5.9%). Dies zeigt eine im Auftrag des Bundesamts für Energie durchgeführte Analyse der verkauften Elektrogeräte in der Schweiz.

Die Studie basiert auf Angaben des Fachverbands Elektroapparate für Haushalt und Gewerbe Schweiz (FEA) und des Schweizerischen Wirtschaftsverbands der Informations-, Kommunikations- und Organisationstechnik (Swico). Sie zeigt, dass in der Schweiz rund 17,33 Millionen Haushaltsgrossgeräte im Einsatz sind, 28% mehr als noch 2002 (13,57 Mio.). Diese verursachen jedoch einen lediglich um 1,7% höheren Energieverbrauch (5,33 TWh im Jahr 2015 gegenüber 5,24 TWh im Jahr 2002). Die grössten Stromverbraucher in der Kategorie der Haushaltsgrossgeräte sind die Elektroherde/Backöfen (1,39 TWh), die Kühlgeräte (1,01 TWh) sowie, mit zunehmender Tendenz, die Wäschetrockner (832 GWh).

Im Bereich Unterhaltungselektronik/IT sind die Unterschiede noch grösser. Die Zahl der eingesetzten Geräte erhöhte sich in den letzten 13 Jahren von 20,1 Mio. auf 33,6 Mio. (+67%), die stärksten Zunahmen verzeichneten Notebooks (+4,9 Mio.), Tablets (+3,9 Mio.) und Set-Top Boxen (+2,9 Mio.). Trotz der starken Zunahme der Anzahl Geräte sank deren Stromverbrauch insgesamt um 610 GWh (-24%), die grössten Einsparungen wurden bei PCs (-330 GWh) und Monitoren (-280 GWh) erzielt.

Haushaltsgrossgeräte: Effizienzgewinne durch Mindestanforderungen und Energieetiketten

Im Jahr 2015 wurden gemäss FEA-Statistik rund 327'200 Kühlgeräte verkauft, welche einen Energieverbrauch von 52 GWh verursachten. Der Verbrauch je Liter Kühlvolumen betrug 0,72 kWh, im Jahr 2003 hatte dieser Wert noch 1,31 kWh/a (-45%) betragen.

Die Wärmepumpe machte bei Wäschetrocknern hohe Effizienzgewinne möglich. So verbrauchten die 2015 verkauften Tumbler durchschnittlich 133 kWh pro Jahr. 2008, als noch hauptsächlich Kondensationstrockner verkauft wurden, war der Wert rund dreimal höher (407 kWh).

Durch die erzielten Effizienzgewinne war der Energieverbrauch von Haushaltsgrossgeräten 2015 um 1,48 TWh (oder 21.7%) tiefer als der hochgerechnete Verbrauch derselben Anzahl Geräte mit der Effizienz aus dem Jahre 2002.

Ein genereller Verkaufstrend von besserklassigen Geräten ist erkennbar. Gründe sind nebst der technologischen Entwicklung, die Etablierung der Energieetikette, stetig erhöhte Mindestanforderungen, Anstrengungen der Branchen und flankierende Massnahmen des Bundes (EnergieSchweiz).

Die Effizienzvorschriften werden in der Schweiz laufend angepasst. Um Handelshemmnisse und damit verbundene zusätzliche Kosten für Hersteller, Händler und Konsumenten zu vermeiden, stimmt sich die Schweiz inhaltlich insbesondere mit dem EU-Recht ab. In einzelnen Fällen hat der Bund im Vergleich zur EU aber auch höhere Anforderungen an elektrische Geräte erlassen (z.B. Kühlschränke, Tumbler).

Aktuell wird die Energieetikette in der EU revidiert. Das BFE begrüsst den Vorschlag der EU, wieder Energieetiketten mit einer Einstufung von A bis G einzuführen. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Energieetikette ein relevanter Entscheidungsfaktor beim Kauf von Elektrogeräten bleibt.

IT, Büro- und Unterhaltungselektronik-Geräte: Stromverbrauch in 15 Jahren um 25% reduziert

Bei den TV-Geräten ist seit längeren ein Trend hin zu Geräten mit LED-Technologie feststellbar. Dank dieser mittlerweile stark verbreiteten Technologie sinkt der Stromverbrauch von TV-Geräten (-9 GWh gegenüber dem Jahr 2000). Dies trotz steigendem Bestand (+39%) und immer grösseren Bildschirmflächen (+286%).

Personal Computer (spezifischer Verbrauch 2015: 66 kWh/Jahr) und Bildschirme (26 kWh) sind in der Vergangenheit langsam durch stromsparendere Notebooks (20 kWh) ersetzt worden. In neuster Zeit werden nun auch weniger Notebooks dafür mehr Tablets verkauft (4,4 kWh).

Trotz der Zunahme der Stückzahlen im Bereich IT, Büro- und Unterhaltungselektronik und längeren Nutzungsdauern konnte der Energieverbrauch gegenüber den Vorjahren gesenkt werden. Ein Grund dürfte hier die Einführung von Mindestanforderungen bezüglich des Standby-Verbrauchs sein.

Der über alle Geräte gemittelte spezifische Verbrauch je Gerät hat von 124,4 kWh im Jahr 2000 auf 56,3 kWh im Jahr 2015 abgenommen. Höhere Nutzungszeiten und gesteigerte Komfortansprüche sind hier berücksichtigt.

Dank der erzielten Effizienzgewinne war im Jahre 2015 der Energieverbrauch aller Geräte der IT, Büro- und Unterhaltungselektronik um 1,79 TWh (oder 48,6%) tiefer als der hochgerechnete Verbrauch derselben Anzahl Geräte mit der Effizienz aus dem Jahre 2000.

Es ist zu erwarten, dass sich die Effizienz von Elektrogeräten auch in Zukunft verbessern wird, wohl aber nicht mehr im selben Tempo wie in den letzten 15 Jahren.

Faktenblatt

Ausführliche Analyse