42. Swiss Telecommunication Summit in Bern

Die Zukunft kommt bestimmt – und sie ist digital

900 Besucher trafen sich im Berner Kursaal (Bild: Rüdiger Sellin)
Hansjörg Wigger /

Mit dem diesjährigen Motto «Shaping the Digital Future» traf das asut-Seminar den Nerv der Zeit: Mit über 900 Teilnehmenden aus Wirtschaft, Forschung, Bildung, Verwaltung, Politik und Medien übertraf der jährliche Top-Anlass der ICT-Branche deutlich die Teilnehmerzahlen der letzten Jahre. Ericsson und Swisscom kündigten erstmals das Programm «5G for Switzerland» an und Digital Leaders innovativer Unternehmen zeigten an konkreten Beispielen auf, welche Herausforderungen die digitale Transformation mit sich bringt und sparten auch nicht mit kritischen Analysen. Die Schweiz hat gute Voraussetzungen für den digitalen Wettbewerb, aber die Unternehmen müssen nun rasch die richtigen Entscheidungen treffen.

Die Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) sind die Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts und die Schweiz ist als innovative Wissensgesellschaft gut gerüstet, die neue digitale Welt an vorderster Stelle mitzugestalten. Die Digitalisierung betrifft alle Wirtschaftsbranchen und Lebensbereiche, schreibt viele Spielregeln neu, krempelt Märkte um und verändert Produkte und Dienstleistungen. Behaupten kann sich nur, wer rasch einsteigt, Erfahrungen sammelt und in Organisationen und Unternehmungen Geschäftsmodelle und -prozesse grundlegend überdenkt.

Am Swiss Telecommunication Summit 2016 im Kursaal Bern zeigten digitale Leader aus Bau-, Medien- und Telekombranche, aus dem Detailhandel, der Energiewirtschaft, der IT-Industrie und aus der Forschung, wie sie die Transformation anpacken, berichteten von erfolgreichen Projekten und Produkten, thematisierten aber auch den weiteren Handlungsbedarf. So kritisierte Stefan Muff, Gründer, VR-Präsident und Miteigentümer der Axon Active Holding AG, die zögerliche Haltung vieler Unternehmen und ermunterte die Schweizer Wirtschaft, die Reise in die digitale Welt unverzüglich anzutreten. Von Behördenseite erinnerte Philipp Metzger, Direktor Bundesamt für Kommunikation, die ICT-Branche an die Wichtigkeit des Multistakeholderdialogs und zukunftsfähige Rahmenbedingungen, wozu auch eine Revision des Fernmeldegesetzes (FMG) gehöre.

Schweiz soll nicht abseits stehen

Eröffnet wurde der Anlass durch Bundeskanzler Walter Thurnherr, der mit viel Witz eine durchaus ernstgemeinte Botschaft überbrachte: Es wäre verhängnisvoll, wenn die Schweiz den ihr zur Verfügung stehenden Spielraum nicht nutzen und der digitalen Transformation nur schulterzuckend zuschauen würde. Zu den weiteren Highlights gehörten u.a. Referate von Carlota Perez, London School of Economics, Roger De Weck, Generaldirektor SRG, und Joos Sutter, Vorsitzender der Geschäftsleitung Coop. Aufschlussreich und praxisnah präsentierte sich auch die Begleitausstellung im Forum des Kursaals. Dort präsentierte beispielsweise Huawei mit einem Demo-Truck neuste Netzwerktechnologien, Microsoft stellte den neuesten Surface Hub und Surface Book vor, Sennheiser gab einen Einblick in die Zukunft der Audiowelt und mit Samsung konnten die Gäste in die virtuelle Realität eintauchen.

Swisscom und Ericsson spannen zusammen

Mit dem Swiss Telecommunication Summit, dem führenden Branchenanlass zu ICT und Digitalisierung in der Schweiz, positioniert sich der Schweizerische Verband der Telekommunikation (asut) als kompetenter Wegbegleiter in die digitale Zukunft. Es verwundert deshalb kaum, dass Swisscom und Ericsson den Rahmen des asut-Seminars gewählt haben, um ihr Programm "5G for Switzerland" anzukünden. Dieses soll, wie Urs Schaeppi und Hans Vestberg, die CEOs der beiden Unternehmen in einer gemeinsamen Erklärung bekanntgaben, Anwendungsmöglichkeiten in verschiedenen Bereichen wie beispielsweise Smart Transportation oder Virtual Reality erarbeiten und mit Industriepartnern testen. Als Forschungs-und Akademiepartner konnte die École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) gewonnen werden.

Präsentationen zum Swiss Telecommunication Summit

Mehr Informationen zu den Referaten finden Sie im nächsten ET 8 (vom 26.8.2016) (Probe-Abo)