Verleihung Innovationspreis electrosuisse

Daniel Gugger /

Am 22. Oktober wurde, anlässlich des Soirée électrique, an der ETH Zürich der Innovationspreis electrosuisse vergeben. Vor der Verleihung fand ein interessanter Vortrag von Claude Nicollier über seinen Weltraumspaziergang zum Weltraumteleskop Hubble statt.

Für Nicollier ist ein klares Ziel eines der Rezepte für den Erfolg. Die Gewinner der ITG- und ETH-Innovationspreise dürften dieses Ziel vor Augen gehabt haben. Einfach sei die Arbeit im All nicht, man müsse sich jederzeit festhalten, wenn man beispielsweise eine Schraube anziehen wolle, sonst schwebe der Körper weg. Und den Schraubenzieher kann ein Astronaut im All ebenfalls nicht einfach hinlegen, sonst umkreist bald ein neuer Satellit die Erde. Als Nicollier 1999 zum zweiten Mal zum Teleskop Hubble flog, war es für ihn wie ein alter Freund, den er 6 Jahre nicht mehr gesehen hatte. Rückblickend staunt er, dass das Weltraumteleskop, das in den 80er-Jahren entwickelt wurde, immer noch mit der modernen Technik mithalten kann.

Dass sein Produkt in 20 Jahren noch in Betrieb ist, hofft auch Claude Fahrni, der am Soirée den mit 10'000 Franken dotierten Innovationspreis der ETG gewann. Fahrni entwickelte eine Speisung für einen Teilchenbeschleuniger am Cern in Genf. Seine Speisung speichert Energie und kann so eine höhere Leistung abgeben, wenn diese wie bei einem Teilchenbeschleuniger nur pulsierend abgerufen wird.

Das Produkt der Gewinner des ITG-Preises wird in 20 Jahren wohl bereits in der x-ten Generation am Markt sein: Das Blutanalysegerät, womit die Forscher den Hämatokrit mit infrarotem Licht messen, ohne dem Patienten Blut abzunehmen, dürfte dann zumindest in der Neonatologie der Spitäler verbreitet sein – bei den frühgeborenen Babys. Und vielleicht wird es auch der eine oder andere Sportler schätzen, wenn er seinen Hämatokrit maximieren kann, ohne Blut zu geben.