Eröffnung Solargrosskraftanlage in Spanien

Strom für 12'000 Haushalte

Die neue Anlage nutzt die ganze Kraft der Sonne.
Peter Warthmann /

In der spanischen Provinz Murcia haben Schweizer Energieversorger ein Solarkraftwerk errichtet. Spiegel, die auf einer Fläche von 91 Fussballfeldern verteilt sind, wandeln die Energie der Sonne in Strom. Damit will das Land gut 12‘000 Haushalte versorgen.

Das auf einer Fläche von 91 Fussballfeldern errichtete 30-Megawatt Solarkraftwerk wurde für nahezu 200 Mio. CHF im sonnigen Calasparra in der spanischen Region Murcia errichtet. Walter Steinmann, Direktor des Bundesamtes für Energie, zeigte sich an der Eröffnung beeindruckt von den 376'000 Solarspiegeln, die für das Kraftwerk installiert wurden und würdigte die Leistung der Projektgesellschaft Tubo Sol PE2: "Die Schweiz hat die Energiewende beschlossen. Mit visionären Projekten wie diesem können wir Vertrauen in neue Technologien schaffen. Ich gratuliere den beteiligten Energieversorgern zu diesem Schritt, sie sind Pioniere auf dem Weg in die neue Energiewelt." Ramón Luis Valcárcel, Präsident der Autonomen Region Murcia, vertrat die spanische Seite.

Know-how für Schweizer Stromversorger
Das Solarkraftwerk Puerto Errado 2 ist das erste kommerziell betriebene solarthermische Kraftwerk, das auf der von Novatec Solar GmbH entwickelten Linear Fresnel Technologie basiert. Trotz der 2009 einsetzenden Wirtschaftskrise konnte das Projekt lanciert und innerhalb von zwei Jahren realisiert werden. Die Schweizer Energieversorger konnten sich mit diesem Projekt umfassendes Know-how aneignen: von der Planung über die Finanzierung bis hin zur heutigen Inbetriebnahme. Urs Steiner, Präsident des Verwaltungsrates von Tubo Sol PE2, beteuerte in seiner Ansprache, dass es sich für Schweizer Firmen lohnt, sich aktiv an Projekten im Ausland zu beteiligen: «Für eine nachhaltige Energiezukunft der Schweiz ist es zentral, dass sich Schweizer Unternehmen auch Know-how in visionären Projekten ausserhalb der eigenen Landesgrenzen aneignen.»

Förderung grenzüberschreitender Zusammenarbeit
Der weltweit steigende Energieverbrauch stellt eine globale Herausforderung dar. Damit diese als Chance genutzt werden kann, müssen Grossprojekte bei gleichzeitiger Intensivierung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit lokal verankert werden. Dies betonte Tobias Andrist, Projektleiter von Puerto Errado 2: «Es ist eine Tatsache, dass die Sonneneinstrahlung in Spanien wesentlich höher ist, als in der Schweiz. Die erfolgreiche Realisation von Puerto Errado 2 zeigt, dass die Potenziale erneuerbarer Energien durch grenzüberschreitende Zusammenarbeit effektiv genutzt werden können.» Puerto Errado 2 produziert 50 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr, was in etwa dem Verbrauch von 12'000 Haushalten entspricht. Der in Puerto Errado 2 produzierte Strom wird in das spanische Stromnetz eingespiesen.

Sehen Sie dazu auch den "10vor10-Beitrag" vom 5. Oktober 2012.