Smart Home: Lohnenswert trotz hoher Einrichtungskosten

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Unser Umfeld wird zunehmend digitaler – das spiegelt sich auch in der zunehmenden Technisierung von Häusern und Wohnung wider. Die hohen Anschaffungskosten für ein Smart Home sind für viele allerdings noch ein Hemmnis. Doch ein modernes Haus mit smarter Technologie ist besonders energiesparend. Smart Homes sind somit Teil einer umweltfreundlichen Zukunft und senken langfristig die Energiekosten. Eine Investition, die sich lohnt.

Hohen Einstiegskosten stehen langfristige Ersparnisse gegenüber

Der Bau eines Energiesparhauses mit modernster Technik kostet deutlich mehr als ein Standardhaus. Die zusätzliche Dämmung von Böden und Wänden, Mehrfachverglasung von Fenster und Türen sowie die Ausstattung mit der entsprechenden smarten Technologie führen zu nicht unerheblichen Extrakosten. Wer sich für eine eigene Photovoltaikanlage entscheidet, muss sogar noch tiefer in die Geldbörse greifen. Die meisten Bauherren nehmen für solch ein Unterfangen eine Hypothek auf – ob man eine Hypothek stemmen kann, sollte man mit einem Hypothekenrechner vorab genau errechnen. Auf viele Schweizer wirken der Aufwand und die Kosten zunächst abschreckend. Aber schon nach kurzer Zeit zeigen sich die ersten Ersparnisse im Energieverbrauch. Deutlich wird dies an den Beispielen Stromverbrauch und Heiz- und Warmwasserversorgung. Darüber hinaus lässt sich der Wohnkomfort enorm steigern.

Stromsparen dank intelligenter Stromzähler

Intelligente Stromzähler, sogenannte Smart Meter, erfassen den Verbrauch des Kunden automatisch und senden die Informationen selbstständig an den Energieversorger. Dieser spart dadurch Kosten für Mitarbeiter, die sonst vor Ort den Strom ablesen müssen. Den Verbrauchern bietet sich durch die neue Technologie die Möglichkeit, eine umfangreiche Auswertung ihres Stromverbrauchs zu erhalten. Mithilfe der Auswertung kann man beispielsweise genau sehen, wann man viel Strom verbraucht, und kann so gezielt Stromsparmassnahmen ergreifen. Die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich haben sich als erster grosser Energieversorger der Schweiz für das Smart Metering entschieden. Es ist sicherlich nur eine Frage der Zeit, bis andere nachrüsten.

Durchgesetzt hat sich das smarte System in der Schweiz nämlich noch nicht. Grund dafür sind einerseits die Kosten für den flächendeckenden Einbau der Geräte. Die Installation eines Smart Meters kostet um die CHF 400. Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche Kritiker, die das Smart-Meter-System für unzureichend halten. Grund dafür ist eine Versuchsphase des Kantons Luzern. In einem Zeitraum von dreieinhalb Jahren wurden dort die Smart Meter getestet. Das Ergebnis: Der Energieverbrauch war nur wenig geringer als zuvor. Das liegt allerdings weniger am System, sondern vielmehr an den Verbrauchern. Denn wenn diese die Daten, die sie erhalten, nicht auswerten und ihren Verbrauch anpassen, kann sich auch nur wenig ändern.

Fussbodenheizungen auf dem Vormarsch

Ähnlich erging es der Fussbodenheiztechnik. Anfangs als verschwenderisch und dekadent abgetan, erweist sie sich heute als effiziente und komfortable Heizungslösung. Durch die Fussbodenheizung verschwinden nicht nur lästige Heizkörper in den Räumen. Auch die Wärmeverteilung erfolgt gleichmässiger, was einem Schimmelbefall vorbeugt. Im Schnitt können bis zu 10 Prozent an Betriebskosten eingespart werden. Fussbodenheizungen benötigen weniger Vorlauftemperatur als Radiatoren und können schon bei niedriger Temperatur betrieben werden. Der Nachteil allerdings ist die Zeit, die die Heizung benötigt, um den Raum zu wärmen. Moderne Sensoren sollen der Heizung allerdings zu einer besseren Selbstregulierung verhelfen. So entscheidet das System eigenständig, wann geheizt werden muss und wann weniger Wärme notwendig ist. 

Clevere Regulationstechnologien sind schon lange Thema auf der ineltec Messe und werden sicherlich auch 2017 im Gespräch bleiben. Der Bereich energiesparender Technologien bleibt also in Bewegung und bildet weiterhin ein spannendes Feld.

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