Messebericht Com-Ex 2018

Positive Bilanz

Marco Plüss /

Ende September fand in Bern die zweite Ausgabe der Schweizer Fachmesse für Kommunikationsinfrastruktur Com-Ex statt. Während dreier Tage informierten sich rund 1650 Besucher über die neuesten Entwicklungen in der Telecombranche.

Von 25. bis 27. September informierten sich Fachleute in der BERNEXPO über die neuesten Angebote und Entwicklungen der Bereiche Telecom, Breitband, Kabelnetze, FTTx, Datacenter, LAN, UKV, Home Wiring und 2M-Technologie. Rund 60 Hersteller, Anbieter und Dienstleister aus allen Landesteilen präsentierten in der Schweizer Hauptstadt ihre Produkte. Auch Software-Lösungen für die Planung, Verwaltung und Überwachung von Kommunikationsnetzwerken waren zu sehen, wie auch aktuelle Entwicklungen und Visionen zur smarten Kommunikation der Zukunft.
Die Messeveranstalter der Com-Ex 2018 zogen gleich nach Messeschluss eine erste positive Bilanz. So seien die Rückmeldungen von Ausstellern und Besuchern erfreulich ausgefallen und fast alle Aussteller hätten sich zufrieden gezeigt und betont, dass sie an der Com-Ex die richtigen Besucher getroffen hätten. Für die Com-Ex-Verantwortlichen seien die Erfahrungen der zweiten Ausgabe richtungsweisend gewesen, um sich als Fachveranstaltung weiterentwickeln zu können. Die Besucherzahl betrug nach Angaben des Veranstalters rund 1650 Personen, was für eine fokussierte Fachmesse den Erwartungen entsprechend sei. Dennoch sehen die Veranstalter bezüglich Besucherzahl noch Steigerungspotenzial. Um die Com-Ex aber künftig für einen grösseren Personenkreis interessant zu machen, will die Messeleitung darum das Angebot erweitern und die Attraktivität als Branchenplattform noch erhöhen. Konkrete Ideen seien bereits vorhanden und würden in den nächsten Wochen gemeinsam mit dem Messebeirat besprochen und weiterentwickelt.

 

Ausstellerstimmen
Die ET-Redaktion wollte es aber genauer wissen und hat an der Messe einige Stimmen eingefangen. So fanden die Messebesucher am Stand von Dätwyler Cabling Solutions AG Lösungen und Produkte für IT-Infrastrukturen für den Zweckbau und Rechenzentren sowie für FTTx-Netze. Mit dem kompakten RJ-45-Keystone-Modul «KS-TC Plus Cat.6A» und mit zwei neuen Patchpaneln adressiert Dätwyler etwa die zunehmenden Platzprobleme in Verteilern, Serverräumen und Rechenzentren. Die Installationszeit soll durch eine Modul-Verriegelungsklemme mit 360-Grad-Schirmabgriff, die am Messestand «live» zu sehen war, signifikant verringert werden. Auch das mühsame Fixieren mit Kabelbindern soll mit dem «KS-TC Plus» der Vergangenheit angehören. Im Bereich Glasfasertechnik zeigte Dätwyler das 19-Zoll-Patchpanel «OV-CH». Die spleissfertig bestückten Boxen bestehen aus einem Aluminium-Stahlblech-Mix – sie sind darum sehr leicht – und bieten eine ausziehbare, abwinkelbare Schublade mit Auszugsstopp. In einer weiteren Live-Demo zeigte das Unternehmen, wie man Leuchten über die Datenverkabelung mit Strom versorgen und schalten kann. Ein eigener Bereich des Messestands war zudem einer Komplettlösung für Hotels, Alten- und Pflegeheime gewidmet. Hier konnten sich Betreiber über intelligente, konsolidierte IT-Infrastrukturen
für alle ihre Anwendungen inklusive Infotainment-Angebote informieren. In einem kleinen Kaltgang vor Ort zeigte der Altdorfer Lösungsanbieter u. a. erstmals auch eine Neuheit aus dem Bereich High-Density-Verkabelung: die «HD-DC Solution», die bis zu 96 LCD oder MTP-Ports auf einer Höheneinheit bietet. Mit diesem Plug-and-play-Verkabelungssystem, das als flexibles Baukastensystem konstruiert wurde, sollen sich auch die hohen Portdichten rund um grosse Switches und SANDirectors spielend bewältigen lassen.
Zum Auftritt von Dätwyler Cabling Solutions AG meinte Thomas Meyer, Head of Sales Switzerland: «Die Com-Ex war für uns eine ideale Plattform, Hunderten von Fachbesuchern unsere neuen Kupfer- und Glasfaserverkabelungslösungen zu präsentieren, mit denen wir die Platzprobleme in Verteilern, Serverräumen und Rechenzentren adressieren.»


Big Data und IoT
Und Andreas Sulzberger, Product Manager Vertical Markets, Datacenter von Siemens Schweiz AG, hat sich folgender zur Messe geäussert: «Im Zeitalter von Big Data und dem Internet der Dinge (IoT) bilden Datacenter das Rückgrat sowohl von unzähligen Industriezweigen als auch unserer gesamten Gesellschaft. Gerade wegen ihrer wichtigen Stellung heutzutage stehen Datacenter aber gleichzeitig vielen Herausforderungen gegenüber.» So bestehen neben dem Management komplexer Anlagen über die Optimierung der Energieeffizienz bis zur Einhaltung von Sicherheits- und Betriebsanforderungen rund um die Uhr zahlreiche Risikofaktoren. Als Vorreiter im Bereich der Digitalisierung verfügt Siemens über ein umfassendes Portfolio sowie spezifische Technologien für eine zuverlässige, sichere und energieeffiziente Nutzung von Datacentern. Mit den Lösungen will Siemens allen Beteiligten im Rechenzentrum (von Facility- und IT-Managern bis hin zum Betreiber und der Geschäftsführung), die an den Bedingungen ihres Rechenzentrums wie Strom, Kühlung und weiteren Parametern interessiert sind, Datentransparenz und konkrete Erkenntnisse bieten.


Mehr Effizienz in Rechenzentren

Das Bundesamt für Energie hat an der Messe zudem eine Konferenz zum Thema «Mehr Effizienz in Rechenzentren und Serverräumen» durchgeführt. Innerhalb dieser Konferenz beantwortete Vincent Barro, Vice-President Switzerland & End-Users Schneider Electric DACH, die Frage: Inwiefern trägt Schneider Electric zu energieeffizienten Rechenzentren in der Schweiz bei? In seiner Antwort erwähnte er eine aktuelle Umfrage von EnergieSchweiz und asut, die aufzeigt, dass sich viele Unternehmen noch zu wenig mit der Energieeffizienz ihrer Datacenter-Infrastruktur beschäftigen. Dabei liege hier noch sehr viel Potenzial: Allein die Kühlung sei für 30 bis 40 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs verantwortlich und eine verbesserte Energieeffizienz schlage sich direkt in tieferen Betriebskosten nieder. Und als Anbieter für Datacenter-Infrastruktur biete Schneider Electric ein umfassendes Portfolio von Racks, PDUs, Cooling-Lösungen, USV, DCIM-Software und physischer Sicherheit an. Ein Highlight am Stand von Schneider Electric war dabei auch EcoStruxure IT. Damit will das Unternehmen eine proaktive und herstsellerunabhängige Überwachung kritischer Infrastrukturanlagen ermöglichen. Die cloudbasierte DCIM-Gesamtlösung nutzt künstliche Intelligenz und liefert Empfehlungen in Echtzeit, um Leistung und Energieeffizienz zu optimieren und allfällige Risiken frühzeitig zu erkennen. Dank offener Schnittstellen könnten auch Drittanbieter mühelos in die IoTfähige EcoStruxure-Architektur eingebunden werden. Datacenter-Manager hätten ihre heterogenen IT-Ökosysteme damit jederzeit im Griff.
Und von Reichle & De-Massari AG fügte Beat Kindlimann, Leiter Marketing & Technik an: «Für Reichle & De-Massari ist diese Messe eine sehr wertvolle Plattform, um die Neuheiten in unseren Lösungen präsentieren zu können. Auch freuten wir uns über die vielen wertvollen Kontakte zu bestehenden und potenziell neuen Kunden. Wer vor Ort war, hat den Fachaustausch, aber auch alle anderen Gespräche sicher sehr geschätzt. Wir wünschen uns eine Erweiterung der Fachmesse mit zusätzlichen Ausstellern aus der Branche, um die Attraktivität der Messe zu steigern.»

Währenddem äusserte sich Daniel Zihlmann zur Messe wie folgt: «Die diesjährige Com-Ex war für uns eine gute Gelegenheit, unsere neuesten Komplettlösungen und Systeme zu präsentieren. Ganz besonders gefallen haben uns die spannenden Gespräche und anregenden Diskussionen mit den interessierten Besuchern.» 

Die nächste Com-Ex wird 2020 durchgeführt.