WorldSkills 2017 Abu Dhabi

Historischer Erfolg der Schweizer bei der Berufs-WM

Beat Schranz, Elektroinstallateur, Weltmeister und Best of Nation.
Hansjoerg Wigger /

Das SwissSkills Team gewinnt an den WorldSkills in Abu Dhabi gleich elf Gold-, sechs Silber- und drei Bronzemedaillen und belegt als mit Abstand beste europäische Nation in der Nationenwertung Platz 2. So viele Berufs-Weltmeister-Titel konnte die Schweiz an einer Weltmeisterschaft noch nie feiern. Die Nationalmannschaft machte damit in Abu Dhabi beste Werbung für den Wirtschaftsstandort Schweiz und unser Berufsbildungssystem. Die Elektro- und Automationsbranchen schlugen sich ausgezeichnet.

Der historische Erfolg des SwissSkills Team kommt in dieser überragenden Form überraschend. Die Konkurrenzsituation an WorldSkills hat sich im letzten Jahrzehnt laufend verschärft, immer mehr Nationen - insbesondere aus Asien und auch aus Südamerika - bereiten ihre jungen Berufsleute über mehrere Jahre sehr spezifisch auf die Anforderungen an den WorldSkills vor.

Die jungen Schweizer Teilnehmer - das Maximalalter an den WorldSkills beträgt 22 Jahre - haben hingegen alle eine "normale" Schweizer Berufslehre absolviert, nahmen erfolgreich an Schweizer Meisterschaften teil und haben sich erst in den letzten Monaten - grösstenteils in der Freizeit - speziell auf die WorldSkills vorbereitet. "Ich bin unglaublich stolz auf unser ganzes Team. Unsere jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie ihre Expertinnen und Experten haben hier beste Werbung für unser Bildungssystem, aber auch ganz generell für die Leistungsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Schweiz gemacht", sagt Delegationsleiterin Christine Davatz.

Rico Cioccarelli, der technische Delegierte von SwissSkills, zeigte sich ebenfalls hocherfreut über das Ergebnis. "Die Optimierungen, die wir seit den letzten WorldSkills vorgenommen haben, zeigen offenbar Wirkung. Die Teilnehmenden und ihre Experten haben sich gezielt und intensiv vorbereitet. Dieses Ergebnis ist die Belohnung dafür." Wahrscheinlich habe sich für die Schweiz auch ausbezahlt, dass in vielen Berufen die Aufgabenstellungen im Vergleich zu den letzten WorldSkills-Austragungen erst sehr kurzfristig bekannt gegeben wurden. "Wir haben uns für diese Reglementsänderung stark gemacht. Die Teilnehmer können sich nicht mehr nur auf einzelne spezielle WorldSkills-Aufgaben vorbereiten. Es bevorteilt jene, die dank eines entsprechenden Bildungssystems ein breites Wissen und Können in ihrem Beruf erlernt haben", ergänzt Christine Davatz.

Noch nie so viele Schweizer Weltmeister

Mit elf Goldmedaillen hat das SwissSkills Team den bisherigen Bestwert aus dem Jahr 2003 - den Heim-WorldSkills in St. Gallen - um einen Titel verbessert. In der Nationenwertung (gemäss "Average Medal Points") belegt die Schweiz Platz zwei hinter China.

Die Elektro- und Automationsbranchen schlugen sich ausgezeichnet. Beat Schranz, Elektroinstallateur aus Adelboden, Cédric Achermann, Automatiker aus Altbüron (LU), Fabien Gyger, Automatiker aus Spiez (BE), (die Automatiker traten in Zweierteams an), Manuel Allenspach, IT Software Entwickler aus Gossau (SG), Simon Furrer, Anlagenelektriker aus Gunzwil (LU) holten jeweils Gold. Jannic Schären, Elektroniker aus Gerzensee (BE) holte Silber. Elektroinstallateur Beat Schranz erreichte mit 767 Punkten die höchste Gesamtpunktzahl im Schweizer Team und ist zudem Best of Nation.

Die 38 Schweizer Teilnehmer vertraten in Abu Dhabi 36 Berufe. Insgesamt nahmen an den WorldSkills rund 1300 Teilnehmer aus 58 Nationen in 51 Berufen teil. Das Schweizer Team sicherte sich damit in über einem Fünftel der Berufe den WM-Titel, mehr als die Hälfte der jungen Schweizer Berufsleute kann mit einer Medaille zurück reisen, sogar über 90% der Delegation mit mindestens einem Diplom.

www.swiss-skills.ch

www.srf.ch

www.tagesanzeiger.ch

Kommentar Rudolf Strahm