Sonderbeilage zu ET 8: Licht 3/2017

Energiesparen - die Lichtbranche handelt

Albert Studerus, Schweizer Licht Gesellschaft, SLG /

In den Jahren zwischen 1900 und 1905 wurde die erste Energiesparlampe beworben. Damals wurden der Kohlenfaden-Glühwendel der Glühlampen durch Metallfäden ersetzt. Damit konnte die Lichtausbeute deutlich gesteigert werden. Das Thema Energiesparen hat die Lichtwelt weiter beschäftigt. Die Vorstellung der Leuchtstofflampen an der Weltfachausstellung 1937 («Exposition spécialisée» mit 34 Mio. Besuchern, Anm. der Redaktion) in Paris hat die Effizienz der Lichterzeugung stark beeinflusst. Damit konnte die Lichtausbeute so weit gesteigert werden, dass im professionellen Bereich alle anderen Lichtquellen stark zurückgedrängt wurden. Obschon diese Lampen deutlich effizienter als alle anderen Lichtquellen waren, wurden sie nie als Energiesparlampen bezeichnet.

Die Produktbezeichnung Energiesparlampe wurde 1980 durch Philips erneut eingeführt. Durch eine «gefaltete» Leuchtstofflampe konnte die hervorragende Lichtausbeute der Niederdruckentladungstechnologie auf die Grösse der Glühlampe reduziert werden. Während mehreren Jahrzehnten wurde nun dieses Produkt intensiv beworben und weiter optimiert. Die Einführung der LED hat nun eine weitere Steigerung der Lichtausbeute ermöglicht. Obschon die Steigerung substanziell ist, wird nicht mehr von Energiesparlampen gesprochen. Gegenüber der ersten Glühlampe vor rund 130 Jahren können wir von einer 20-fachen Steigerung der Effizienz sprechen.

Der Siegeszug der LED-Technologie wird heute von niemandem mehr infrage gestellt und die Umsetzung ist in vollem Gang. Wir dürfen davon ausgehen, dass die LED-Technologie die Lichtausbeute für die Standardprodukte auf bis zu 200 Lumen/Watt anheben wird. Was wird nun der nächste Schritt sein? Trotz der hervorragenden Lichtausbeute der LED-Technologie werden wir noch immer einen substanziellen Teil des elektrischen Energieverbrauchs der Schweiz für Licht benötigen. Aktuell liegt dieser Wert bei rund 15 %. Durch den konsequenten Einsatz der vorhandenen Technologie in Kombination mit Sensoren lässt er sich halbieren. Die Produkte sind entwickelt, das Anwendungswissen ist vorhanden, die Umsetzung ist möglich – die Licht-Fachleute sind bereit, sich der Herausforderung zu stellen.

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