Kurs "Monitoring & Optimierung in Gebäuden" am 6. September

Energieflüsse messen und optimieren

Das Gebäude – ein komplexes Ensemble aus Gebäudehülle, Gebäudetechnik und Nutzern.
Rüdiger Sellin /

Nur wer seine Energieflüsse kennt, kann diese auch gezielt steuern und den Verbrauch optimieren. Betreiber und Eigentümer von vornehmlich geschäftlich genutzten Gebäuden oder von grossen Wohnüberbauungen folgen dieser Maxime schon seit längerem. Dank der fortschreitenden Digitalisierung und fallenden Preisen für die nötigen Komponenten lassen sich Monitoring-Systeme zunehmend auch für mittlere und kleine Gebäude einsetzen.

Mess- und Regelsysteme für das lokale Energiemanagement sind vor allem dann ein Muss, wenn ein gut isolierter Neubau entsteht oder ein bestehendes Gebäude umfassend saniert wird. Denn warum sollte man beispielsweise die Gebäudehülle verbessern und die erzielte Energieeinsparung an einem anderen Ort wieder förmlich zum Fenster hinauswerfen? Für zusätzliche Impulse sorgt der Gesetzgeber, etwa im Kanton Bern. Der Artikel 28 der kantonalen Energieverordnung (KEnV) beschreibt unter anderem Grenzwerte für den Elektrizitätsbedarf für geschäftlich genutzte Gebäude ab 500 m2 Energiebezugsfläche. Die Einhaltung des Energieverbrauchs für Lüftung/Klimatisierung oder elektrische Beleuchtung ist zu dokumentieren.

Messung und Optimierung

Neubauten mit einer Energiebezugsfläche ab 5000 m2 sind zudem mit Einrichtungen zur Gebäudeautomation auszustatten. Sie erfasst und ermittelt unter anderem Energieverbrauchsdaten, Energieeffizienz-Kennzahlen von Wärmepumpen, Kältemaschinen und Anlagen zur Wärmerückgewinnung oder Abwärmenutzung. Man kann sich gut vorstellen, welche Datenmengen da entstehen, wenn z.B. alle Betriebszeiten der Anlagen zur Aufbereitung und Verteilung der Wärme, Kälte und Luft sowie Vor- und Rücklauf-, Raum- und Aussentemperaturen laufend aufgezeichnet und ausgewertet werden. Anhand der erhobenen Daten ist der Anlagenbetrieb innerhalb von drei Jahren nach deren Inbetriebsetzung und danach alle fünf Jahre zu optimieren. Dies gilt für Gebäude mit einem Stromverbrauch von mehr als 200'000 KWh pro Jahr. Die Betriebsoptimierung umfasst die Überprüfung der Einstell- und Verbrauchswerte aller Anlagen für Heizung, Lüftung, Klima, Kälte, Sanitär, Elektro und Gebäudeautomation. Bei Auffälligkeiten sind die Anlagen jeweils neu einzustellen. Die Betriebsoptimierung ist mit einem Bericht zu dokumentieren und der Kontrollbehörde auf Verlangen vorzulegen.

Optimierte Nutzung dank Monitoring

Solche Messungen sind sorgfältig und nachvollziehbar durchzuführen, denn sonst bringt die nachfolgende Optimierung nichts oder verursacht sogar weitere Fehler. Der Kurs "Monitoring & Optimierung in Gebäuden" am 06.09.17 in Bern zeigt anhand zahlreicher Beispiele aus der Praxis, wie man einerseits die umfangreichen Messungen korrekt durchführt und andererseits die richtigen Optimierungsschritte durchführt. Neben den erwähnten Gesetzesgrundlagen gibt der Kurs zudem eine Übersicht zu den existierenden Monitoring-Systemen und deren Potenzial.

www.energie-cluster.ch

Der energie-cluster.ch ist ein Projekt des Bundesamtes für Energie (BFE), des Bundesamtes für Umwelt (BAFU), mehrerer Kantone (BE, ZH, SO, VS, JU, SG, BS, AG) und des Netzwerkes Platinn (Romandie). Der energie-cluster.ch ist zudem Mitglied von Switzerland Global Enterprise (S-GE).