energie-cluster Jahrestagung 2009

Peter Warthmann /

An der energie-cluster-Jahrestagung 2009 vom 8. Mai im Kongresshaus Zürich erhielten die etwa 300 Teilnehmer unter dem Titel «Dezentrale, erneuerbare Strom- und Energieproduktion und -Versorgung» einen aktuellen Überblick zu den Möglichkeiten dezentraler Strom- und Wärme-Erzeugung. Auch in der Begleitausstellung wurden innovative Systeme und konkrete Beispiele gezeigt, die Impulse für die Wirtschaft geben können.

 

Die Kombination von Strom- und Wärmeerzeugung in kleineren Anlagen wird immer häufiger auch dezentral in einzelnen Gebäuden realisiert werden. Verschiedene dafür günstige Randbedingungen führen dazu:

 

• Strombilanz Schweiz: Import im Winter

• stetig steigender Strombedarf

• Verknappung / Verteuerung fossiler Energieträgerion]

 

Bei Verwendung von Brennstoffen allein zur Stromerzeugung ohne Nutzung der anfallenden Wärme entstehen grosse Verluste. Heute will man aber bei Erzeugung wie auch beim Verbrauch möglichst hohe Wirkungsgrade. Das gelingt am besten, wenn Anlagen mit Wärme-Kraft-Kopplung (WKK) örtlich nahe zu bestehendem Wärmebedarf realisiert werden können. Daraus ergeben sich dezentrale Standorte für solche Kraftwerke als Gegensatz zu einigen wenigen Grosskraftwerken.

 

An der Haustechnik-Messe ISH 2009 wurden von sehr vielen Anbietern bereits «stromerzeugende Heizkessel» gezeigt oder angekündigt: Stirlingmotoren für Gas- oder Pelletsbetrieb oder «Mikro-WKK» mit Otto-Motoren für Gasbetrieb. Solche Geräte laufen in den USA und in Japan schon zu Zehntausenden auch in kleinen Wohnhäusern. Falls die Preise stimmen, könnten solche ab 2010/2011 auch bei uns in grosser Anzahl zum Einsatz kommen.

 

Vielleicht werden private Autos künftig am Heizkessel vollgetankt: abends arbeitet die WKK-Anlage im Keller mit zwei Hauptfunktionen:

 

• Wärme für Raumheizung und Warmwasser im Gebäude

• Strom zum Aufladen der Fahrzeug-Batterieion]

 

Kann man ganz ohne fossile Brenn- und Treibstoffe auskommen für Strom, Wärme und Mobilität? Beispiele in Deutschland zeigen, dass bereits heute grössere Regionen eine Energie-Versorgung mit 100% erneuerbaren Energien haben. Die Regelenergie beim Strom stammt aus Biogas- und Pumpspeicher-Kraftwerken. Es geht. Die Frage lautet allerdings in diesem Fall «bis wann?».

 

Gewisse Unsicherheiten für die Bauherrschaft bezüglich Investitionskosten und Betriebsaufwand können gerade für WKK-Anlagen mit «Contracting» elegant vermieden werden.

 

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