Lichttag auf der ineltec

«Die Lichtwelt ist im Umbruch!»

Hans R. Ris /

Gut 100 Lichtplaner und Elektroingenieure orientierten sich am Donnerstag 15. Sept. 2011 anlässlich der Ineltec 2011 am «Lichttag» über die neuen Einsatzmöglichkeiten von LEDs und OLEDs. Es herrschte Übereinstimmung, dass die Technik und die Anwendung der LEDs in einer echten Beschleunigungsphase und teilweise sogar auf der Überholspur seien.

LED Technologie und Produktion

Die Lichtwelt ist im Umbruch, erklärte Albert Studerus (Osram AG) überzeugend und meinte, dass der Wettstreit zwischen den traditionellen Technologien und den LEDs bzw. OLEDs zu Gunsten der beiden Letzteren ausgehe. 

Noch vor 10 Jahren lag die Lichtausbeute bei 5 - 10 lm/W und heute gehen die Laborwerte bis 200 lm/W. Das heisst, die Helligkeit von «Weiss» hat sich alle 24 Monate verdoppelt. 

Das gehe leider nicht unendlich so weiter, dämpfte Studerus aber die Erwartungen. Denn die Obergrenze liege gemäss heutigem Wissensstand für «cool white» bei etwa 230 lm/W und für «warm white» bei 160 lm/W. Wichtig sei daher nicht mehr vorwiegend die Effizienz, sondern Kosten, Qualität, Design und Intelligenz einzelner LEDs wie auch ganzer Systeme.

Die OLED als 2-dimensionale Flächenlichtquelle ist eine perfekte Ergänzung zur punktförmigen LED. Studerus: «Allerdings sind die Effizienz und die Kosten noch entwicklungsfähig». Die Effizienz betrage auf der Produkteebene 25 lm/W, der aktuelle Labormesswert aber bereits 87 lm/W. Zukunftswerte würden bei 100 lm/W liegen. Auch hier geht die Entwicklung weiter.

LED und sinnvolle Anwendungsbereiche

Einen radikalen Wandel prognostizierte Verena Wohlbauer (Philips Licht) bezüglich den LEDs nicht nur der Beleuchtungsindustrie, sondern auch den Lichtplanern und den Anwendern. Dieser Paradigmawechsel werde faszinierende und bahnbrechende neue lichttechnische Möglichkeiten eröffnen. Gemäss Studien von Philips werde der Marktanteil der LEDs von 7% in 2008 bis zum Jahr 2020 auf 75% ansteigen.

Heute gebe es mit den energieeffizienten weissen LEDs und ihren sehr guten Farbwiedergabeeigenschaften ungeahnte neue Anwendungsmöglichkeiten, meinte Wohlbauer. Ihre geringen Abmessungen, die gute Steuerbarkeit und die lange Lebensdauer, verbunden mit einem geringen Wartungsaufwand prädestiniere sie nicht nur als Ersatz für bestehende Beleuchtungsanlagen, sondern auch für ganz neuartige Einsätze im Wohnbereich, wie auch für professionelle Anwendungen. In der Öffentlichkeit werde wohl der Ersatz der Glühlampen durch LED-Retrofit-Lampen am auffälligsten sein und vermutlich die Energiesparlampen längerfristig ersetzen.

Weiterführende Informationen

Interessante Informationen und tiefergehende Artikel zum Thema LED und OLED finden Sie auch in unserem aktuellen Magazin «ET-Licht 2011 Nr. 2»