Elektro-Thermografie zur Schadenerkennung und -verhütung

Das Wärmebild gibt Aufschluss

Marcel Schöb /

Die Thermografie findet in vielen Gebieten Anwendung. Sie ist ein schnelles und kostengünstiges Messverfahren, da sie berührungslos arbeitet und mit ihr auch schwer zugängliche Stellen erreicht werden können. Die Thermografie stellt daher besonders in der Elektrotechnik und bei der Untersuchung von Gebäudehüllen eine verlässliche Methode der Schadenfrüherkennung und -verhütung dar. Damit können Betriebsunterbrüche massiv reduziert und Reparaturen während normaler Arbeitszeiten ausgeführt werden.

Thermografische Aufnahmen machen Wärmestrahlung sichtbar. Auf Grundlage der physikalischen Eigenschaft, dass jeder Körper Energie in Form von Lichtwellen im Infrarotbereich abstrahlt, können Temperaturen gemessen werden. Schon bei Temperaturen ab dem absoluten Nullpunkt (– 273 °C) sind diese Strahlen nachweisbar. Diese Eigenschaft macht sich die Thermografie zunutze, die über die MMessung der Abstrahlungsintensität die Temperaturen von Oberflächen bestimmt.
Die für das menschliche Auge unsichtbaren Wärmestrahlen werden mithilfe einer Wärmebildkamera (Thermografie-Kamera) erfasst und auf einem Monitor als sichtbares Bild dargestellt, dem Thermogramm. Die Darstellung erfolgt durch unterschiedliche Färbungen der gemessenen Temperaturen.
Für die heutige konventionelle Anwendung werden pro Thermogramm je nach Kameratyp bis zu 300 000 Temperaturen zwischen – 40 und + 2000 °C mit einer thermischen Empfindlichkeit von bis zu 0,025 °K gemessen. Das ist die kleinste Temperaturdifferenz, die aktuell gemessen werden kann. Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der aktuellen ET-Ausgabe 9.