Ausbildung Elektroinstallateur/-in EFZ am BWZ Brugg

Das praxisnahe Schulzimmer

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Lange Vorträge vermitteln komplexes Wissen nur bedingt. Zudem bekunden gerade junge Berufsleute, die sich sonst tagsüber körperlich im Beruf betätigen, oft grosse Mühe, lange aufmerksam den Unterricht mitzuverfolgen. Gerade deswegen müssen neben einer modernen Infrastruktur fachliche Inputs anregend und anschaulich gestaltet sein, um die ungeteilte Aufmerksamkeit der Lernenden erreichen zu können.

Zu einer effizienten und erfolgreichen Vermittlung des Schulstoffs an einer Berufsschule gehören neben modernst eingerichteten Fachzimmern eine grosse Anzahl technischer Hilfsmittel sowie eine Vielzahl von Präsentationsmitteln wie etwa Visualizer, Kameras oder ActivPanels und eine grosse Anzahl berufsbezogener Messgeräte. Dies finden etwa Schüler am Berufs- und Weiterbildungszentrum Brugg (BWZ) vor. Physikalische oder technische Lerninhalte werden dort auch wann immer möglich mit einer Demonstration erklärt. Eine Aussage wie «Der Draht wird warm» lässt sich beispielsweise mit einer Wärmebildkamera bildlich festigen oder ein Zeigerdiagramm am besten mit einem Netzanalysator veranschaulichen.

Infrastruktur muss modern sein
Der Fachunterricht Elektroinstallateure und Netzelektriker findet ausschliesslich in vier speziellen Elektro-Fachzimmern statt, in welchen jeder Schülerarbeitsplatz mit einem versenkbaren Elektrolaborteil versehen ist. Dieser beinhaltet Stromversorgungen, Kommunikationsanschlüsse, Drehstromanschlüsse, Messgeräte sowie Material- und Kabelsätze. Wird dieser integrierte Laborteil hochgefahren, verwandelt sich der Unterrichtsraum im Handumdrehen zum einsatzbereiten Elektrolabor. Das sind Arbeitsplätze, an welchen die Schüler erfahrungsgemäss gerne arbeiten und auch dementsprechend profitieren können.

Verknüpfung von Theorie und Praxis
Die Variabilität der Elektrolaborteile ermöglicht es, mehrmals innerhalb eines Unterrichtsblocks auf kürzere oder längere Laborsequenzen umzustellen. So können die Lernenden neues theoretisches  Wissen sofort praktisch anwenden und es so vertiefen und festigen: Was man selber erlebt, bleibt besser in der Erinnerung haften. Die Schüler können aber auch mittels eigener Experimente selber Neues entdecken.
Für die unterschiedlichen Fachgebiete steht ausserdem eine grosse Anzahl vorbereiteter Schülerversuche zur Verfügung, die eigens vom Elektro-Team des BWZ Brugg entwickelt und produziert wurden. Zudem sind handelsübliche Lehrmittel oftmals zu umfangreich und bilden dennoch den Lehrinhalt gemäss den Lehrbüchern zu wenig genau ab. So wurden beispielsweise alle Laboreinheiten mit einem multifunktionalen Einbau-Drehstrom-Messgerät ausgerüstet. Dies ermöglicht den Berufslernenden, praxisnah zu lernen, an einem handelsüblichen Messgerät Messwerte wie Leistungen oder Leistungsfaktoren ein oder dreiphasig abzulesen und zu interpretieren, ohne eine aufwendige Messanordnung aufbauen zu müssen.
Das BWZ Brugg verfügt so über eine bestens eingerichtete Werkstatt mit einem Labortechniker. Dieser entwickelt zusammen mit dem Lehrerteam auch laufend neue berufsspezifische Demonstrationsmodelle, um den Unterricht noch anschaulicher zu gestalten. Durch den Labortechniker sind Unterhalt sowie die tadellose Funktion der Labore und Lehrmittel gewährt und somit auch die Werterhaltung.

E-Learning ergänzt Elektrolabor-Übungen
Damit die enorme Informationsflut bewältigt werden kann und die Lernenden praxisorientierter und individueller arbeiten können, stehen beim BWZ Brugg auch umfassende E-Learning-Lösungen zur Verfügung. Dies stellt eine sinnvolle Ergänzung zu den praktischen Elektrolabor-Übungen dar, da multimediale E-Learning-Einheiten animieren und die Lernenden sich mit den Lerninhalten aktiv auseinanderzusetzen. Da man aus Fehlern lernt, muss viel geübt werden und das Feedback erfolgt immer gleich unmittelbar. Dadurch wird der Lernprozess positiv beeinflusst. Ausserdem ermöglicht das System der Lehrperson auch, den Lernprozess der Lernenden zu begleiten und stets zu überprüfen.

Photovoltaikanlagen erstellen
Im Projektunterricht wird das im Schulzimmer Gelernte auf der Baustelle praktisch angewandt. So hat das BWZ Brugg zusammen mit den Lernenden in den letzten Jahren mehrere Photovoltaikanlagen realisiert, als grösste Anlage wurde auf dem Dach des BWZ eine 46 kW-Anlage erstellt.

Methoden- und Medienkompetenz
Vernetztes Wohnen oder Industrie 4.0 sind Themen, mit welchen Elektroinstallateure in Zukunft vermehrt konfrontiert werden. Gerade deshalb ist – nebst praxisnaher Vermittlung von Grundkenntnissen – die Schulung von Methoden- und Medienkompetenzen sehr wichtig. Dieser Umstand sowie der moderne und vielfältige Unterricht stellt sehr hohe Ansprüche an die Lehrpersonen. Das BWZ Brugg und sein Team stellt sich tagtäglich dieser Aufgabe und bereitet die Lernenden für ihren erweiterten Berufsalltag vor – und dies ist ein andauernder und spannender Prozess, denn das BWZ entwickelt bereits seit Jahren sein Ausbildungskonzept ständig weiter, um seine berufslernenden Elektroinstallateure effizient und erfolgreich auf ihren Beruf vorzubereiten. Die wirksame Wissensvermittlung erfolgt nach wissenschaftlich belegten Grundprinzipien: Aufmerksamkeit, aktive Beteiligung, Fehler machen und Konsolidierung. Der nach diesen Prinzipien gestaltete handlungsorientierte Unterricht soll die jungen Berufsleute anregen, aktiv mitzudenken und die Theorie praktisch anzuwenden.  www.bwzbrugg.ch