Digitale Zahlungsmittel

Crypto ist wirklich kryptisch

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Vor ein paar Monaten noch war Crypto in aller Munde. Jeder wollte investieren – und das, obwohl die ursprüngliche Blase nach Expertenmeinungen bereits lange geplatzt ist.

Kurseinbrüche um etwa 30% seit Jahresbeginn und fast 50% Minus auf das Allzeithoch im Dezember 2017, als BTC bei mehr als $19.000 lag, sind um den Jahreswechsel keine Seltenheit. Grund hierfür ist eine clevere Trickserei der Fondsmanager, die schlecht abschneidende Anlagen noch vor der Schlussauktion des laufenden Jahres abstoßen. So tauchen die Anlagen im jährlichen Rechenschaftsbericht nicht mehr auf. Das sogenannte "Window Dressing" ist insbesondere für Risiko-Anlagen wie Kryptowährungen ein beliebter Weg, Portfoliokosmetik zu betreiben und das nicht nur, da der Kurs seit Anfang Dezember als stetig fallend beschrieben wird. Auch weil die rechtlichen Regulierungsbemühungen (wie zum Beispiel das Schürf- und Handelsverbot in Asien) noch immer nicht dem Verständnis von souveränen Währungen entsprechen und Fragen wie die der Besteuerung, insbesondere bei denen im Fahrwasser von Bitcoin etwas untergehenden Währungen wie Iota oder Ethereum, nicht ausreichend geklärt sind.

Wenn ausreichend viele Anleger diesen Tipp praktizieren, sorgt der Börsentrend schnell für Trittbrettfahrer, insbesondere aus dem privaten Anlegerkreis, die meist ohne Hintergrundwissen auf den steigenden Trend aufspringen.

Der Status quo

Zurzeit halten sich die Meldungen aus der Krypto-Szene in Grenzen. Die Anfangseuphorie scheint sich nun vollends aufgelöst zu haben. Neben der Prophezeiung vereinzelter Weltuntergangsszenarien (sinngemäß: dem Platzen der Blase) dringt ab und zu ein Tweet der Krypto-Koryphäe John McAfee durch das World Wide Web, der die Investition in einen bisher unbekannten ICO empfiehlt. Doch wie jetzt bekannt wurde, sind diese Tweets das Ergebnis einer klassischen quasi-Influencer-Kooperation. Es kostet ab $105.000, um einen Post an die über 828.000 Follower auf McAfees offiziellem Twitteraccount zu seeden.

Potenzial oder Risiko?

Der Kryptomarkt bleibt weiter undurchsichtig und jeden Tag werden neue, immer vielversprechender klingende Währungen auf den Markt geworfen. Dies macht es noch schwieriger, den Überblick zwischen vielversprechendem ICO und Scam zu behalten. Während manche Startups durch einen ICO neues Kapital generieren können, so sind andere ICOs, wie der des Wu-Tang-Clan Mitglieds Ghostface Killah, eher als reiner PR-Stunt zu sehen. Dabei sind die Ziele für Krypto nicht alle nur auf blanken Profit ausgelegt. So soll IOTA beispielsweise im als Währung des Internets of Things, mit der Smarthome-Geräte andere Maschinen autark für Gegenleistungen bezahlen können.

Doch selbst wenn die aktuellen Kryptowährungen allesamt abstürzen würden und ihr Handel an den Börsen weiter restriktiv behandelt wird, war es noch nicht das Ende der Coins. Denn das Konzept hinter den Kryptowährungen geht weit über die Nutzung als Zahlungsmethode hinaus. Krypto ist nicht nur zur alternative zu Bargeld oder Kreditkarte geworden, sondern auch eine Alternative zu Euro oder Dollar. Eine dezentrale Datenbank, die alle Zahlungsströme verschlüsselt und dokumentiert, sorgt für Anonymität und Unabhängigkeit. Also genau das, wonach sich die Menschheit immer mehr sehnt.

Mit der Erfindung des Bitcoins wurde die metaphorische Büchse der Pandora geöffnet. Als Pionier der Branche ebnete Bitcoin den Weg für Krypto. Das Prinzip ist nun in der Welt und es bedarf mit Sicherheit noch dem "an die Wand fahren" von etlichen weiteren Währungen, bis eine völlig dezentralisierte und perfekt optimierte Version der Coins die Bedürfnisse ihrer Nutzer / Investoren befriedigt. Nur solange bis sich das nächste rechtliche Schlupfloch auftut und ein Weg gefunden wird, die bisherigen Regularien zu umgehen. Bis dahin sollten interessierte Anleger lieber auf den klassischen Optionen Handel bei der weltweiten Nr. 1 im CFD Handel zurückgreifen und sich mit überschaubaren Risiken eine goldene Nase verdienen.