Energieeffizienz und Elektromobilität

Alles fürs Gebäude

Vor dem Fabrikationsstandort in Moirans zeigten sich Mitarbeiter und Gäste in einem Gruppenbild.
Marco Plüss /

Schneider Electric führte Mitte September in Grenoble eine Präsentation durch, um 30 Journalisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz Trends und zukunftsweisende Lösungen vorzustellen. Auch zu Energieeffizienz und Elektromobilität war viel zu erfahren.

Am Standort von Schneider Electric im französischen Moirans fand zuerst eine Führung durchs Werk Mastertech statt, wo die Masterpact-Produkte gefertigt werden, so zum Beispiel der offene
Leistungsschalter Masterpact MTZ, mit dem sich Verfügbarkeit und Energieeffizienz erhöhen lassen. Am Schneider-Standort Grenoble ging dann DACH-Chefin Dr. Barbara Frei in ihrem Keynote-Referat auf das erfolgreiche erste Halbjahr ein, das mit einem weltweiten Plus von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr abschloss, und führte weiter aus: «Seit der Gründung der DACH-Zone am 1. Juli 2017 haben wir die Chance, unsere Kräfte am Markt zu bündeln, statt in drei Ländern individuell zu agieren, gut genutzt. Wir haben Deutschland, Österreich und die Schweiz erfolgreich zu einer grossen Vertriebsorganisation zusammengeführt und strategisch neu ausgerichtet, sodass wir dadurch für unsere Kunden Synergien und Mehrwerte im Bereich der Digitalen Transformation schaffen konnten. In erster Linie geht es dabei um den Nutzen: Wir möchten unseren Kunden bereichsübergreifend die grosse Bandbreite unseres Produkt- und Lösungsportfolios näherbringen, ohne dass sie Veränderungen in einer eingespielten Kunden-Lieferanten-Beziehung hinnehmen müssen. Wir wollen zudem die Nähe zu unseren Partnern erhalten oder idealerweise noch vergrössern und gleichzeitig die Transparenz unseres Lösungsangebots verbessern. Das alles ist uns im ersten Jahr hervorragend gelungen. Auf diesem Erfolg möchten wir aufbauen und die Weichen für die nächsten Jahre stellen.» Und weiter ergänzte Frei: «Vor allem möchten wir unsere Kunden dabei unterstützen, ihren digitalen Reifegrad zu erhöhen. Dazu gehört vorrangig das Voranbringen der EcoStruxure-Architektur in unseren vier Endmärkten Gebäude, Rechenzentren, Industrie und Infrastruktur. So haben wir über die vergangenen Jahre hinweg ein komplettes Portfolio aufgebaut und mit EcoStruxure zu einer offenen, kompatiblen IoT-fähigen Gesamtlösungsarchitektur zusammengebunden. Unsere EcoStruxure-Architektur basiert auf drei Ebenen: Der unterste Layer bildet mit den Connected Products die Basis der Architektur. Neben der Vernetzung aller Geräte und Messeinrichtungen gilt es sicherzustellen, dass beispielsweise Produktionsprozesse jederzeit störungsfrei laufen – auch dann, wenn die Internetverbindung gerade mal nicht zur Verfügung steht. Dafür bedarf es einer Steuerung, die nahe am Prozess arbeitet, die sogenannte Edge Control. Diese bildet die zweite Ebene. Auf dem oberen Layer sind die Apps, Analytics und Services angesiedelt. Auf dieser Basis lässt sich dann im Gesamtverbund die Produktion optimieren – und zwar in Echtzeit. EcoStruxure macht uns so zu einem starken Partner, um für jeden unserer Kunden eine individuelle Lösung zu finden, denn die Architektur basiert auf offenen Standards und lässt sich in bestehende und heterogene Umgebungen einbetten. EcoStruxure hilft ihnen, Komplexität zu reduzieren und neue Massstäbe bei ihrer Wertschöpfung und Effizienz zu setzen. Mit dieser holistischen, skalierbaren Lösungsarchitektur möchten wir auch in Zukunft in allen vier Hauptmärkten deutliche Akzente setzen und wollen daraus das Beste für die Region DACH erzielen.»

Energieeffizienz
Und zur energieeffizienten Elektromobilität erklärte Dr. Frei: «Schneider Electric verfolgt ein Stufenkonzept für Ladeinfrastrukturschaffung vom einfachen Laden zu Hause über den Ausbau eines Netzes von öffentlich zugänglichen Ladepunkten bis hin zum vernetzten intelligenten Laden im Smart-Home, auch auf der anderen Seite, Smart Building und Smart Grid. Mit dem Lösungsportfolio EVlink haben wir bereits ein breites Produktspektrum für Ladeinfrastrukturen für private, halböffentliche und öffentliche sowie gewerbliche Parkplätze zu bieten. Lademanagementsysteme, Infrastruktur, Zubehör und Beratung runden das Angebot ab.»
Und weiter ergänzt Dr. Frei: «Das Thema eMobility geht mit besonderen Ansprüchen punkto  Nutzerfreundlichkeit und Verfügbarkeit an das Stromnetz einher. Unsere Aufgabe als Schneider Electric ist es, die Infrastruktur dahinter zu betrachten und eventuell auftretende Probleme zu lösen. So bauen wir vorrangig Elektromobilität in dezentralen Netzen auf – das heisst, nicht im öffentlichen Strassenraum, sondern eher auf abgegrenzten Arealen.
Praxisbeispiele sind der EUREF-Campus in Berlin, Flughäfen oder auch ganze Stadtquartiere. Deren Infrastruktur ist in der Regel auf ihren Personenbetrieb ausgelegt, nicht aber auf Elektroautos. Wir prüfen, wie viel Elektromobilität mit der vorhandenen Infrastruktur möglich ist. Weiterhin ist es unser Anliegen, erneuerbare Energien und Energiespeicher in die Stromverteilung technisch und wirtschaftlich sinnvoll zu integrieren. Für diese Aufgabe sind wir als Lösungsanbieter in den Bereichen Elektromobilität, erneuerbare Energien und SmartHome-Technologie besonders gut aufgestellt.»


Digitalisierung
Im Weiteren war viel zu erfahren zur Digitalisierung in Industrie, Zweckbau 4.0, Datacenter, Wohnbau 4.0, Elektromobilität und zu den Herausforderungen der Zukunft und Anforderungen an Energiemonitoring und Power Quality im Gebäude 4.0. Markus Hettig, VP Building Business DACH, ging beim Gebäude 4.0 auf den Wohn- und Zweckbau, die Energieverteilung und Gebäudeautomation ein. Er machte klar, dass Schneider Electric mit der Wiser-Lösung alles aus einer Hand für den Endkonsumenten in Deutschland und Österreich im Smart-Home und mit EcoStruxure Power / Building viel für Schutzlösungen, Gebäudeautomation, Kabelsupport und eMobility im Zweckbau 4.0 bieten könne. In der Schweiz ist Feller für den Wohn- und Zweckbau verantwortlich. Das bestehende Sortiment wird 2019 mit der Komponente
Wiser Energy ergänzt.


Haussteuerung Wiser
Zur smarten Haussteuerung Wiser, die Energie einspart, den Komfort erhöht und einfach zu installieren ist, sprach danach Heiko Becker, Product Manager Elektrotechnik. Mit KNX als dem weltweit gültigen Standard für Haus- und Gebäudesystemtechnik und der Wiser-Lösung verfügen Schneider Electric und Feller über Angebote, um einzelne Räume oder ein komplettes Gebäude tatsächlich smart zu machen. Während KNX sowohl auf den Premium-Wohnbau als auch auf den Zweckbau zielt, ermöglicht Wiser den einfachen Einstieg zu einem Smart-Home im Wohnbau. Das Wiser-Sortiment bietet modulare und skalierbare Smart-Home-Produkte, die primär für die Erstausstattung und Nachrüstung im Wohnbereich eingesetzt werden können. Bei Feller heisst die entsprechende Einstiegslösung für die Heimautomation zeptrion bzw. zeptrionAIR.
Die Produkte agieren dabei von der traditionellen Nutzung bis hin zum vernetzten Verbund und ermöglichen eine Kommunikation untereinander bis hin zur APP-Steuerung und Nutzung von Cloud- und Cloud-to-Cloud-Services. Wiser Energy macht die Häuser sicherer, effizienter und nachhaltiger, ermöglicht Energiemonitoring einzelner und kritischer Verbraucher, das Energiemanagement und die Optimierung von Solaranlagen, Batteriespeichern und Ladestationen. Die Integration von externen Daten (z. B. Batteriespeicher ist möglich) und Wiser Energy ist für Retrofit-Installationen oder Neuinstallationen geeignet. Zur Energieverteilung im Wohnbau 4.0 präsentierte Frank Gerling, Product Manager Installationstechnik, das Portfolio von der Energieverteilung über die traditionellen Elektroinstallationen und die Steckdose bis hin zu cleveren Hightech-Funktionen im Bereich Licht-, Heizungs- oder Türsteuerung. ■

www.schneider-electric.ch
www.feller.ch