Zweite Generation Iridium-Satelliten ab 2015 geplant

Dennis M. Härtig am 03.06.2010

Das Satelliten-Telefonnetz Iridium soll 2015 in einer neuen Auflage starten. Der Betreiber des Netzes teilte am 1. Juni mit, dass insgesamt 81 neue Satelliten geliefert werden sollten. Diese kommen vom französischen Hersteller Thales Alenia Space. Das neue Netz «Iridium Next» soll aus 66 Hauptsatelliten und 6 Ersatzsatelliten sowie neun weiteren Satelliten am Boden bestehen. Die ersten Erdtrabanten werden 2015 ins All geschossen, bis 2017 sollen alle Himmelskörper an ihrem Platz sein. Die Kosten für das Projekt betragen insgesamt 2.9 Milliarden US-Dollar (ca. 3.2 Millionen Franken). Iridium wird von derzeit etwa 360 000 Kunden genutzt, darunter viele Regierungsorganisationen und das amerikanische Pentagon.

 

Iridium hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Zunächst war es mit einem Fehlstart verbunden. 1998 ging das Netz des von Motorola gegründeten Betreibers in Betrieb, doch nur kurze Zeit später musste man aufgrund der zu hohen Kosten und der niedrigen Nutzerzahlen bereits Konkurs anmelden. Als Folge davon sollten die 66 sich im Orbit befindenden Satelliten verschrottet werden. Allerdings sprang das US-Verteidgungsministerium mit einer Finanzspritze ein. Später dann wurde Iridium an eine Investorengruppe verkauft, der anfangs auch Boeing angehörte.

 

Im Februar 2009 machte Iridium wieder auf sich aufmerksam, als der Satellit Iridium-33 mit einem ausgedienten russischen Satelliten im All kollidierte. Die Trümmerteile gefährdeten zeitweilig auch die Internationale Raumstation ISS, die sich nur wenig unterhalb der einstigen Umlaufbahn der beiden kollidierten Satelliten befand (Elektrotechnik.ch berichtete - siehe Kasten unten).

 

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