Und noch ein Haufen teurer Elektronikschrott mehr: Der deutsche Forschungssatellit ROSAT wird noch dieses Jahr auf die Erde zurückstürzen - getreu dem Motto "What goes up must come down again". Darüber berichtet die Süddeutsche Zeitung und beruft sich dabei auf Informationen des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums DLR. Rosat wurde am 1. Juni 1990 (also noch vor der deutschen Wiedervereinigung) in eine Umlaufbahn geschossen und hatte durch die Daten seiner Messegeräte unter anderem die Röntgenastronomie revolutioniert. Das 2.4 Tonnen schwere Gerät lieferte 1990 das erste Röntgenbild vom Mond, schickte Aufnahmen der Andromeda-Galaxie und fing erstmals Röntgenstrahlen von Kometen ein. Darüber hinaus hat Rosat mehr als 200 Überreste von Supernova-Explosionen entdeckt. Der Absturz werde für irgendwann zwischen Oktober und Dezember 2011 erwartet, heisst es von seiten des DLR.
Die Frage ist jedoch, ob der Satellit beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre komplett verglüht, oder ob besonders die Glas- und Keramikteile der beiden Teleskope den Höllenritt überstehen und als Trümmer auf die Erde fallen. Je nach Eintrittswinkel und -geschwindigkeit entstehen Temperaturen von mehr als 1000 Grad Celsius, so ein Sprecher des DLR. Und bislang sei der Satellit von ursprünglich 550 Kilometern Höhe auf 500 gefallen. Doch noch könne das DLR keine genaue Angabe zum genauen Absturzgebiet machen. Viele Möglichkeiten, den Satelliten zu beeinflussen, hat das Raumfahrtzentrum nicht. Vor allem sei der Himmelskörper nicht steuerbar, und ein Abschuss berge viele Risiken, weil die Trümmer dann andere Satelliten beschädigen könnten. Eine gezielte Zerstörung sei deshalb zur Zeit kein Thema, so das DLR. Je näher der Absturz rücke, desto genauere Prognosen könne man abgeben.
Weiterführende Informationen
Flugkörper "Rosat": Deutscher Satellit vor Absturz, Süddeutsche Zeitung, 27. Februar 2011



