Verschiedenen Quellen zufolge sollen inzwischen 6 000 Tonnen Elektronikschrott über der Erde schweben - Reste von Raketentriebwerken, kaputte und ausgediente Satelliten, Werkzeugtaschen und vieles mehr. Jetzt sind noch einmal 1.5 Tonnen mehr hinzugekommen: Russland hat kürzlich bekannt gegeben, man habe einen Anfang Februar ins All geschossenen Militär-Satelliten verloren. "GEO-IK-2" war zur Erdvermessung und zur Bewegung der Erdplatten gedacht, erreichte bei der Beförderung ins All aber nicht die vorgesehene Umlaufbahn von 1000 Kilometern Höhe. Zunächst galt der Satellit als komplett verschollen, dann tauchten aber Signale auf - aber eben auf der falschen Umlaufbahn. Versuche, den 1415 Kilogramm schweren Metall- und Elektronikkoloss noch auf die richtige Bahn zu hieven, schlugen jedoch fehl.
Langsam wird es eng dort oben - und je mehr Schrott dort oben ist, desto grösser ist die Gefahr einer "Kettenreaktion": Grosse Schrotteile kollidieren mit anderen grossen Schrotteilen und verursachen nur noch mehr Schrotteile. Ab 2019 soll ein Überwachungssystem Kollisionen verhindern helfen und auch somit die Kollisionsgefahr für ISS & Co. reduzieren. Wenn man bedenkt, wieviel Geld das Raufschiessen eines jeden Himmelskörpers kostet, dann sollte man doch eigentlich etwas sorgsamer mit dieser (Steuergeld-)Ressourcen umgehen ...
Weiterführende Informationen
- "Falsche Umlaufbahn - Russland verliert Militärsatelliten", Spiegel Online, 25. Februar 2011
- "ESA will Gefahren aus dem All abwehren", Hamburger Abendblatt, 20. Juli 2010



