Das auf Umwelttechnologien spezialisierte Firmenkonsortium SintEnergy Ltd. hat in Zusammenarbeit mit der Università di Calabria ein neuartiges Meeresströmungskraftwerk entwickelt. Auf der in der Meerenge von Messina errichteten festen Experimentierstation Punta Pezzo sollen die im Labor und im Windkanal simulierten Parameter jetzt auf ihre Alltagstauglichkeit untersucht werden. Auf der Insel ist ein beweglicher Tragarm montiert, welcher eine oder mehrere Turbinen enthält. Diese nutzen die Meeresströmung zur Umwandlung in elektrische Energie. Die Grösse der Turbinen kann den jeweiligen Strömungsverhältnissen angepasst werden. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Anlagen gibt es keine negativen Auswirkungen auf die umliegende Fauna und Flora, heisst es. Der erzeugte Strom könne zudem ohne am Meeresgrund verlegte Kabel und ohne die Entstehung von Magnetfeldern an Land geleitet werden.
Ein weiterer Vorteil ist die strukturelle Widerstandsfähigkeit des an einem grossen Scharnier befestigten bis zu 100 Meter langen Tragarmes. Dieser hält selbst Wasserströme mit einer Geschwindigkeit von 14,5 Knoten (26,9 km/h) aus. Damit sei die Anlage auch für Strömungsverhältnisse geeignet, wie sie vor Schottland üblich sind. Trotz deutlich niedrigerer Baukosten sei die Anlage damit jedem Windpark überlegen: Während beim Meeresströmungskraftwerk bei einem Durchsatz von drei Metern pro Sekunde zur Erzeugung von 5,4 Kilowattstunden ein Quadratmeter Rotorfläche ausreichten, würden bei der Windturbine dazu zehn Meter pro Sekunde und 48 Quadratmeter benötigt, so der italienische Ingenieur des Kraftwerkes.
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