Deutschland scheint im Photovoltaik-Fieber zu sein - vielerorts schieben Handwerker derzeit sogar Sonderschichten, um ihren Kunden die lang ersehnten Sonnenkollektoren auf die Hausdächer zu montieren und anzuschliessen. Darüber berichtet die Süddeutsche Zeitung am 6. Mai. Der Grund: Ab 1. Juli 2010 werden in Deutschland die Zuschüsse pro ins öffentliche Stromnetz eingespeiste Kilowattstunde aus Solarstrom gekürzt - bei Anlagen, die am oder nach dem 1. Juli errichtet wurden. Eine Kürzung um ganze 16 Prozent also, womit Betreiber einer privaten Solaranlage zur Stromerzeugung nur noch 33 Cent pro Kilowattstunde erhalten. Grosse Solarparks auf Feldern sollen ab 1. Juli gar nicht mehr unterstützt werden, so das neue Gesetz.
Handwerk und Solarindustrie fürchten inzwischen um ihre Arbeitsplätze - doch SPIEGEL online weiss auch von Herstellern, die inzwischen innovativ sind. So geht der Weg hin zur besseren Zwischenspeicherung von erzeugter Energie direkt im Eigenheim. Derzeit werden vielerorts noch Bleiakkus eingesetzt, jedoch gewinnen die Lithium-Ionen-Akkus langsam Überhand. Vor allem deshalb, weil diese Art der Speicherung von Solarstrom mehr Kapazität auf gleichem Raum und eine weitaus längere Lebensdauer der Akkus verspricht.
<h7>Deutsche Bundesregierung: «Sonnenstrom möglichst direkt nutzen»</h7>
Überhaupt hat die Entwicklung von Solarenergie-Speichern gerade Hochkonjunktur, heisst es aus der Branche - denn die vermehrte Forschung und Entwicklung bringe eine hoffentlich baldige Massenproduktion der Akkus mit sich und damit auch verbunden: niedrigere Kosten der Akkus. Kosten, die sich dann in einem geringeren Masse auf den Endstrompreis auswirken, als bis anhin. Doch eigentlich will die deutsche Regierung noch einen Schritt weiter: Die Energie soll gar nicht gespeichert bzw. ins öffentliche Netz gespiesen werden, sondern möglichst direkt vor Ort verbraucht werden. So möchte man eine gleichmässigere Auslastung des Stromnetzes erreichen.
Weiterführende Informationen
- «Solar-Förderung gestutzt: Wenn Sonnenkönige weinen», von Sebastian Beck, Süddeutsche Zeitung online, 6. Mai 2010
- «Solar-Riesen packen die Sonne in den Keller», von Sascha Rentzing, SPIEGEL online, 6. Mai 2010
- Webseite des Deutschen Bundesverbandes Solarwirtschaft
- Webseite des Schweizerischen Fachverbandes für Sonnenenergie Swisssolar



